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André Wille. |
Wille beim «Heimrennen» am Altar statt auf der Strecke
Morgen beginnt in Mels der Swiss-Inline-Cup. André Wille muss im «Heimrennen» aber passen, er wird danach jedoch die meisten Weltcuprennen und die Swiss-Inline-Cup-Rennen bestreiten.
Von Hans Peter Putzi / si
Speedskating. – «Natürlich wäre ich gerne in Mels, vor der Haustüre, an den Start gegangen», so der Vaduzer Weltcup-Skater André Wille. Eine private Verpflichtung, Wille wird als Trauzeuge an der Hochzeit seines Bruders teilnehmen, verhindert jedoch Willes Start in seinem «Heimrennen». So wird das erste Rennen des diesjährigen Swiss-Inline-Cups morgen, Samstag, in Mels ohne den Liechtensteiner gestartet. Die Terminkollision entstand, weil das Datum für den Wettkampf in Mels kurzfristig festgelegt wurde. Der Event bildet den Auftakt zum Swiss Inline Cup (SIC), der weltweit grössten und ältesten Serie im Inline-Sport.
Weltelite in Mels am Start
Zehn Rennen werden bis im Oktober ausgetragen, fünf davon zählen auch zum Weltcup. Der SIC, an dem nicht nur die besten ihres Fachs, sondern auch Breitensportler teilnehmen können, besitzt international einen ausgezeichneten Ruf. Die Rennen des SIC waren in der Vergangenheit oft besser besetzt als die meisten Weltcup-Events. Vor einem Jahr nahmen an den sieben Läufen total 13 000 Athletinnen und Athleten teil. In Mels, wo die Serie erstmals halt macht, werden zum Saisonauftakt rund 2000 Skater erwartet. Zu den Favoriten gehört bei den Männern auch der Schweizer Meister Nicolas Iten, der Ende April in Rennes (Fr) das zweite Weltcup-Rennen der Saison für sich entschied. Am Start sind auch die beiden SIC-Gesamtsieger von 2008, Yann Guyader (Fr) und Cecilia Baena (Kol). Baena startet im Sarganserland zusammen mit der Weltcup-Leaderin Tamara Llorenes (Arg) aus der Pole-Position. Spätestens am 23. Mai in Sempach möchte Wille auch in die Serie einsteigen. Möchte, weil er möglicherweise zur gleichen Zeit am Weltcup-Rennen in Südkorea teilnehmen wird. Wille ist beim IdEE-print-X-tech-International Speed-Team unter Vertrag, eine Mannschaft, die zwar nur aus Schweizern, Österreichern und Wille besteht, deren Management aber Verbindungen in den Fernen Osten aufweist. «Darum sollte unser Team am Start sein», erklärt der Vaduzer. Der 32-Jährige schliesst nicht aus, dass er auch die weiteren Weltcuprennen ausserhalb Europas (in China und Venezuela) bestreiten wird.
WM und EM im Hinterkopf
Wille zeigt sich zuversichtlich für die Monate der Wahrheit, sprich die nun folgenden Weltcup- und SIC-Rennen: «Meine Vorbereitung ist erfreulich verlaufen, ich rechne mir schon Chancen auf gute Platzierungen aus.» Der Bauleiter weiss, wo seine Stärken und Schwächen sind – und wie er am ehesten nach vorne fahren kann: «Ich bin kein Sprinter, ich muss versuchen, in Fluchtgruppen Unterschlupf zu finden, um in die Top-10 fahren zu können», erläutert er. In Sprintentscheidungen dürfte er kaum reüssieren, tummelt sich doch das eine oder andere auf Sprintankünfte spezialisierte Team im Feld. Noch nicht gefallen ist der Entscheid über die EM- und WM-Teilnahme. Während die EM in Belgien noch mit tieferen Kosten bestritten werden könnte, müssten die Liechtensteiner für die Reise nach China an die WM mehr Zeit und Geld investieren.
Gämperli verletzt
Ebenfalls nicht am Start in Mels ist Silvana Gämperli. Sie hat sich vor Ostern bei einem Sturz eine Schulterverletzung zugezogen und stürzte danach noch einmal. «Rennmässige Einsätze auf hohem Niveau dürften für sie erst ab Saisonmitte wieder zum Thema werden», so Karl-Otto Gämperli, Leiter Speedskating in Liechtenstein. Eventuell wird Harald Goop in Mels dabei sein, er hat sich gemäss Gämperli aber noch nicht definitiv entschieden. |