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Auf den Kopf gefallen
Zeitungsbericht im Liechtensteiner Volksblatt
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Liechtenstein
Leben
Dienstag - 3. Februar 2009 | 17:47
Auf den Kopf gefallen
SCHAAN - Die Unfälle des deutschen Politikers Althaus oder des Schweizer Skifahrers Albrecht rufen dramatisch in Erinnerung, wie sensibel eines jeden Köpfchen ist. Gefährliche Verletzungen geschehen aber auch im Alltag.
?Kopfverletzungen sehe ich relativ häufig, sowohl im Spital als auch in meiner Praxis?, erzählt Bruno Walser, orthopädischer Chirurg aus Schaan. Ihre Anzahl habe in den vergangenen Jahren zugenommen. Dabei sind die Unfälle nicht allein dem Schnee- und Schlittschuhsport zuzuschreiben. Gleichermassen sind die im Frühjahr wieder an Popularität gewinnenden Sportarten Inlineskating und Radfahren verantwortlich oder aber die Unfälle ereignen sich im Arbeitsalltag und im Verkehrsgeschehen.
Folgenschwere Verletzungen
?Häufig kommen Patienten mit Platzwunden?, meint Walser. Diese verlaufen zwar oft spektakulär blutig, stellen für die Verletzte jedoch selten eine Gesundheitsgefährdung dar. Delikater sind da innere, ?unsichtbare? Verletzungen. ?Meistens handelt es sich um Gehirnerschütterungen, die üblicherweise mit einer kurzfristigen Bewusstlosigkeit einhergehen.? Daher werden diese Patienten in der Klinik behalten, wo ihre Genesung rund um die Uhr überwacht werden kann. Bei Weitem schwerwiegender sind dagegen Gehirnprellungen und Schädel-Hirn-Traumata. In diesen Fällen folgt auf den Unfall für gewöhnlich eine anhaltende Bewusstseinstrübung, was auf eine ernsthafte Verletzung des Gehirns hindeutet. ?Die Patientin könnte sterben oder langfristige Sprach-, Gedächtnis- und Lähmungsstörungen davontragen.? Bei Verdacht auf eine Hirnverletzung wird sie von Bruno Walser oder dem behandelnden Arzt direkt in ein entsprechendes Versorgungszentrum, zum Beispiel in das Spital Walenstadt, überführt.
Rasches Handeln erfordert
Wer sich mit einer Unfallsituation konfrontiert sieht, beachtet am besten die folgenden drei Ratschläge: ?Bei Bewusstseinsverlust sollte der Verunfallte vorsichtig in die Seitenlagerung gebracht werden, damit die Atemwege frei bleiben?, beschreibt Walser die erste Massnahme und fährt fort: ?Setzt jedoch die Atmung aus, ist unverzüglich mit Beatmung und Herzmassage zu beginnen.? Drittens hätten Umstehende so schnell wie möglich einen Arzt oder ?144? zu benachrichtigen, damit der Zustand der verletzten Person stabilisiert und sie eventuell weiterverlegt werden kann. ?Denn wann immer eine Verletzung zusammen mit einer Bewusstlosigkeit auftritt, ist eine Überwachung nötig. Selbst wenn der Kopf unversehrt scheint?, so Walser.
Sich vorbeugend schützen
Die hohe Zahl an Kopfverletzungen liegt nach Walsers Ansicht nicht an einer fehlenden Aufklärung. Vielmehr seien die Dichte an Schneesportlern und deren verschiedene Sportarten für die Pistenunfälle verantwortlich. Aus diesem Grund plädiert er für ein konsequentes Helm tragen und eine Kontrolle gegenüber Pistenrowdies. ?Der Kopfschutz ist aber bei jeglichen Sportarten und Arbeitsstellen, die mit Geschwindigkeit zu tun haben, notwendig.? Dazu gehört genauso der per Zweirad absolvierte tägliche Pendelverkehr oder der Ausflug an die frühjährliche Sonne auf den Inlineskates.
Erste Hilfe bei Kopfverletzungen
1. Ein ansprechbarer Patient ohne Symptome sollte nach einem Kopf-Trauma beobachtet und nicht alleine gelassen werden. Die Symptome entwickeln sich teilweise erst nach Stunden.
2. Bei einem ansprechbareren Patient mit Eintrübung, Erinnerungslücke, Schwindel, Übelkeit oder anderem muss 144 zu Hilfe gerufen werden. Man sollte ihm beruhigend zusprechen, den Oberkörper erhöht lagern (zur Hirndrucksenkung), ihn mit einer Decke unterlegen und zudecken sowie regelmässig sein Bewusstsein kontrollieren.
3. Ist ein Patient nicht ansprechbar, muss 144 angefordert und die Atmung kontrolliert werden. Atmet er, ist er in eine stabile Seitenlage zu bringen, mit einer Decke zu unterlegen und seine Atmung zu überwachen. Bei ausgesetzter Atmung kommt es zum Einsatz einer Herz-Lungen-Wiederbelebung.
4. Schwellungen und Beulen ohne Wunden sollten gekühlt werden. Liegt einer Kopfwunde vor, sollte man sie steril abdecken und verbinden. Blutungen oder Flüssigkeitsaustritt aus Nase und Ohr müssen belassen werden. Der Kopf kann nach vorne geneigt und im Nacken gekühlt werden.
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erstellt von:
KarlOtto
veröffentlicht am:
2/3/2009
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