Dominanz der Italienischen Skater
Mit einer noch nie dagewesenen Demonstration der Stärke der Italienischen Skater endete am Sonntag in Portugal die Inline Speed Europameisterschaft. Italien gewann 15 von 22 möglichen Europameister Titel. Liechtensteins Team zeigte im Marathon die beste Mannschaftsleistung seit der ersten EM Teilnahme 2002.
Estarreja (POR); Der Marathon gilt jeweils als krönender Abschluss der Europäischen Titelkämpfe. Die drei Liechtensteiner Andrè Wille aus Vaduz, Rolf Hobi und Silvana Gämperli, Triesen, hatten sich einiges vorgenommen. Bei brütender Hitze hiess die Devise Angriff. Am Ende ergab sich das beste Mannschaftsergniss seit der ersten EM Teilnahme 2002 in Frankreich. Rang 21. für Silvana Gämperli 16 Sekunden hinter der Siegerin, Andrè Wille mit 15 Sekunden Rückstand 28. und Rolf Hobi findet sich im 74. Rang.Bei ausgezeichneten äusseren Verhältnissen machten sich 120 Skater aus 16 Nationen auf die 42 km. Gleich nach dem Start warteten schwierige, kleinere Aufsteige auf die Skater. Dies führte zu einer frühen Selektion im Felde, einige Skater verbrauchten zuviel Energie und gaben den Wettkampf auf. Nach 10 km war es mit dem Coupierten Gelände vorbei. Es wurde flacher und im Feld wurde es ein wenig ruhiger. Wille der sich sehr gut fühlte und ohne Probleme im Hauptfeld mitrollen konnte, zeigte sich nun immer mehr in der Spitze des Feldes. Immer wieder war er auch bei Attacken dabei und versuchte auch einige zu lancieren. Nach 20 km war ein kurzer aber giftiger Aufstieg zu absolvieren. Wille hatte sich vorgenommen hier ernsthaft zu attackieren. Mit 5 Fahrern konnte er sich dann auch tatsächlich vom Feld lösen. Leider aber hatten die Italiener kein Interesse daran diese Gruppe ziehen zu lassen und schlossen das Loch wieder. Im Finale des Europameisteschaftsmarathon war das Feld auf 40 Fahrer geschrumpft. Es kam zu einem Zielsprint bei der sich Wille eine gute Position suchen wollte. Jedoch kam es anders und vor Wille wurde von anderen Fahrern ein Loch aufgerissen, Wille versuchte es zu schliessen, das Tempo vorne aber war so hoch, das Wille nur noch im hinteren Teil des Spitzenfeldes ins Ziel rollen konnte. Die Leistung, Platz 28, ist umso grösser einzustufen, weil Wille im Sprint auf sich alleine gestellt war, die anderen Nationen teilweise mit 12 Leuten am Start standen, was für Wille eine schwierige Situation darstellt. "Ich habe alles versucht unter dem Wettkampf und bin aktiv gefahren, diese Aktionen und Attacken haben natürlich Kraft gekostet, was für die Blöde Situation am Schluss nicht gerade förderlich war" Das Rennen wurde vom Spanier Garikoitz Lerga gewonnen, die Silbermedaille holte sich überraschend der Holländer Roy Boeve und Bronze ging an Fabien Hascoet auf Frankreich. Damit ergab sich das selten Bild das Italien nicht auf dem Podest vertreten war.
Damen mussten 90 Minuten warten
Auf eine neue Situation mussten sich die Damen einstellen, wegen Organisatorischen Problemen wurde ihr Start kurzfristig nach den Herren angesetzt. Entnervt warteten die Damen auf ihr Rennen, denn die optimale Rennvorbereitung war so nicht gewährleistet. Nach einem schnellen Beginn, stellten die Damen ab dem Mittelteil auf Taktieren um, niemand wollte zuviel Kraft verbrauchen. Die führenden Inline Nationen setzten auf ihre Sprinterinnen. So wurde das Tempo reduziert, was zu einem Massensprint führte, denn die Favoritin Giovanna Turchiarelli aus Italien vor Jana Gegner (Deutschland) und Hilde Goovaerts (Belgien) gewann. Die Liechtensteiner Einzelkämpferin Gämperli fuhr ihren besten EM Wettkampf, des öftern musste Sie zwar beissen um nicht den Anschluss zu verlieren.
Gezeigt hat diese EM, dass die Leistungsdichte bei den Herren deutlich breiter geworden ist und bereits kleinere Fehler den Verlust von mehreren Plätzen bedeutet. Getragen wurde die gesamte Meisterschaft von großer Herzlichkeit der Organisatoren. Die Flagge der CEC wurde an die deutsche Delegation übergeben und wird nun in Gera 2008 wehen.
Aus Liechtensteiner Sicht war diese EM ein Schritt in die richtige Richtung. Besonders auf den Kurzdistanzen konnten gute Zeiten erreicht werden. Auch wen ein absolutes Spitzen Ergebnis fehlt so dürfen sich die Plätze 19. 200m Sprint, 18. 500m Sprint von Silvana Gämperli sehen lassen. Rolf Hobi steigerte sich zeitmässig gegenüber der letzten EM sehr stark. Andrè Wille konnte im Marathon einige Akzente setzen. Die kleine sympathische Mannschaft zeichnete sich nicht nur durch gute sportliche Leistungen aus, sondern auch der Teamspirit stimmte, natürlich trugen dazu auch die Liechtensteiner Fans bei. Nationaltrainer Andrè Unterdörfel hat es verstanden eine Familiäre Truppe zu bilden.
Für die Zukunft sind neue Ideen vorhanden um den Aufwärtstrend der Liechtensteiner Mannschaft fortzusetzen. Nicht übersehen darf das hinsichtlich des Weiterbestehen des Inline Speedskating Sportes in Liechtenstein in naher Zukunft vermehrt in den Nachwuchs Investiert werden muss. Auch sollten sich die Vereins - und Verbandsverantwortlichen Gedanken machen wie die Sportler von finanziellen Eigenleistungen entlastet werden können.
Kaum Zeit zum Verschnaufen werden die Skater nach ihrer Rückkehr haben, Wille ist am Montagmorgen in Liechtenstein angekommen, Hobi und Gämperli treffen im Verlaufe des Dienstag ein. Bereits am Samstag werden die Drei am World Inline Cup in Biel ihren nächsten Wettkampf bestreiten.
Ergebnisse:
200m Chrono Strasse
- Luca Presti Ita.
- Matthias Schwierz Deu
- Wouter Hebrecht Bel
30. Rolf Hobi Lie
- Nicoletta Falcone Ita.
- Erika Zanetti Ita.
- Denise Traini Ita.
19. Silvana Gämperli Lie
500m Sprint
- Nicoletta Falcone Ita.
- Erika Zanetti Ita.
- Denise Traini Ita.
18. Silvana Gämperli Lie
- Claudio Naselli Ita.
- Matthias Schwierz Deu
- Michel Mulder Ned
29.Rolf Hobi Lie
MARATHON
1 Garikoitz Nicolay Espagne 1,03,41,698
2 Roy Boeve Pays Bas 1,03,41,879
3 Fabien Hascoet France 1,03,42,219
28 André Wille Liechtenstein 1,03,56,039
74 Rolf Hobi Liechtenstein
120 Starter
1 Giovanna Turchiarelli Italie 1,18,51,271
2 Jana Gegner Allemagne 1,18,51,407
3 Hilde Goovaerts Belgique 1,18,51492
21 Silvana Gämperli Liechtenstein 1,19,07,357
70 Starterinnen