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Europameisterschaft Belgien
Top oder Flop
Quelle Vaterland Sport Wille reist mit dem Motto «Top oder Flop» nach Belgien
Am Samstag wird André Wille zum achten Mal an einer Europameisterschaft starten. Sein Motto in Oostende (Belgien): «Top oder Flop», wie der Vaduzer sagt.
Von Hans Peter Putzi
Speedskating. – Seit 2002 war André Wille an sämtlichen Europameisterschaften am Start, mit einem Bestresultat auf Platz 28. Früher nahm Wille oft auch an den EM-Rennen auf der Bahn und der Strasse teil, dieses Jahr konzentriert sich der Bauleiter auf das Marathonrennen in Oostende. Als derzeit 16. der Weltrangliste ist Wille nicht nur der bestklassierte Liechtensteiner an der EM, er ist auch der einzige, der teilnimmt. Obwohl die Voraussetzungen für ein Topresultat nicht optimal sind, stand für Wille die Teilnahme ausser Zweifel. «Ich fühle mich gut in Form und total chancenlos bin ich nicht», wie der 32-Jährige bemerkt. In der Tat kann Wille dieses Jahr schon ein paar Topresultate vorweisen. So die ersten Plätze am Kriterium in Mauren und am Asien Inline-Cup in China, der 2. Rang an der Raiffeisen-Roll-Serie in Neuendorf (CH) oder der 7. Platz am World-Cup in Korea.
40 Runden
Es lassen sich jedoch einige Gründe aufzählen, die gegen eine Topklassierung in Belgien sprechen. «Die Topnationen werden mit bis zu 15 Fahrern im Start sein und wie an einer Rad-WM versuchen, ihre besten Leute in Position zu bringen», schaut Wille voraus. Da werde es für ihn als Solofahrer schwierig, diese Favoriten zu übertölpeln, glaubt er. «Kommt dazu, dass der 40 mal zu fahrende, knapp über ein Kilometer lange Kurs flach und kurvig ist», ergänzt Wille. Eine Topografie und ein Rundkurs-Charakter, die nicht unbedingt Willes Vorlieben entsprechen. Der beste Liechtensteiner auf den Rollen bevorzugt coupierte, anstrengendere Strecken.
«Volles Risiko gehen»
Sollte die EM im Sprint entschieden werden, dürfte Wille chancenlos bleiben, ohne fehlende Helferunterstützung sowieso. Er werde daher versuchen, mit einer Gruppe wegzufahren, «entweder mitgehen oder selbst Vorstösse wagen.» Ihm bleibe nur die Variante «volles Risiko», auch wenn er sich bewusst ist, dass er von den grossen Nationen keine Narrenfreiheit erhält. «Mein Unterfangen wird schwierig werden und ich bräuchte auch Glück», sinniert Wille. Falls sich dieses kräftezehrende Risiko nicht auszahlt, wird er das Rennen möglicherweise gar nicht beenden, denn die Rennkommissäre werden Fahrer, die aus dem Hauptfeld fallen, aus dem Rennen nehmen. Wille dazu: «Dies nehme ich in Kauf; eine andere Chance auf eine Klassierung in den Top 10, die ich anstrebe, habe ich nicht.»
World-Cup-Rennen am Sonntag
Wille wird am Freitag zusammen mit der Schweizer Delegation an die belgische Kanalküste reisen. Begleiten wird ihn Liechtensteins Mister «Speedskating», Karl-Otto Gämperli. «Top oder Flop» wird Willes Devise also am Samstag heissen. Sollte es ein Flop werden, wird dies den Liechtensteiner nicht aus der Bahn werfen. «Damit kann ich leben», lacht er. Bereits am Sonntag steht mit dem Weltcup in Biel der nächste Anlass auf Willes Programm. Ein happiges Programm, doch der Routinier ist überzeugt, am Sonntag nach dem EM-Marathon noch genug Kraftreserven für das Rennen in Biel mobilisieren zu können. Im Berner Seeland erwartet die Fahrer ein abwechslungsreicher Innenstadtkurs über sechs Kilometer, der sechs Mal befahren wird.
erstellt von: KarlOtto
veröffentlicht am: 8/4/2009
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